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Die Geschichte der Resistant Cancer Cell Line (RCCL) Collection (Teil 2/4)

Die größte Hürde zur Behandlung von Krebserkrankungen stellen Therapieresistenzen dar. Bei vielen Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sprechen Medikamente erst gut an, können aber im Laufe der Behandlung aufhören, zu wirken. Die Konsequenzen sind Therapieversagen und – im schlimmsten Fall – der Tod des Kindes. Die Gründe für diese Resistenzen herauszufinden, ist dem Leiter des Interdisziplinären Labors für Tumor- und Virusforschung (IDL), Professor Jindrich Cinatl, ein großes Anliegen. So arbeitet er bereits seit 1986 mit seinem Team daran zu verstehen, warum Krebstherapien versagen und entwickelt Behandlungsmöglichkeiten für Patienten, für die bisher keine wirksame Therapie zur Verfügung steht.

Zu diesem Zweck begann Professor Cinatl bereits in den 1980er Jahren damit, Resistenzmodelle für kindliche Krebsarten zu etablieren. Im Laufe der Zeit ist daraus die Resistant Cancer Cell Line (RCCL) Collection entstanden, die heute aus über 2.500 wirkstoffadaptierten Krebszelllinien besteht.

Lag der Schwerpunkt ursprünglich ausschließlich auf pädiatrischen Modellen, beinhaltet die RCCL Collection in der Zwischenzeit auch Modelle zu Krebserkrankungen, die bei Erwachsenen vorkommen. Es hat sich herausgestellt, dass durch den Vergleich der bei Erwachsenentumoren vorkommenden Mechanismen ein Verständnis der Resistenzmechanismen bei kindlichem Krebs deutlich befördert wird.

Die Zellbank ermöglicht die Forschung an der Wirksamkeit vorhandener Wirkstoffgruppen auf Basis individuelle Biomarker, als auch von bereits bestehenden – nicht bei Krebstherapien verwendeten – Medikamenten. Gelagert werden die Zellen bei ca. minus 196° Celsius in speziellen Kryo-Stickstoff-Tanks. Gemeinsam mit Professor Martin Michaelis, der seit 2011 an der University of Kent (Canterbury, UK) und seit 2023 auch (wieder) im Interdisziplinären Labor im Dr. Petra Joh-Haus der Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder arbeitet, erforscht er an den resistenten Krebszelllinien die Ursachen der Resistenzen und neue Behandlungsmöglichkeiten.

Außer den Arbeitsgruppen von Professor Cinatl und Professor Michaelis nutzen weltweit mehr als 120 akademischen und kommerziellen Institutionen Zellen der RCCL Collection. Hierzu zählen u.a. das Broad Institute, das Sanger Institute, das deutsche Krebsforschungszentrum, das Institute for Cancer Research in Großbritannien und das Karolinska-Institut in Schweden, sowie große pharmazeutische Unternehmen wie z.B. Ely Lilly, Johnson & Johnson, AbbVie, Servier und Merck. Dadurch ermöglicht die RCCL Collection Forschung in zahlreichen Arbeitsgruppen auf der ganzen Welt, die ohne sie nicht möglich wäre.

Das Interdisziplinäre Labor für Tumor- und Virusforschung – Wie alles begann (Teil 1/4)

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60528 Frankfurt

Tel. 069 678665-0
Fax 069 678665-94

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